23. Jänner 2013 Podiumsdiskussion „Sind wir eine korrupte Nation?“ im Volkstheater

Karl Kriechbaum diskutierte in der ROTEN BAR des Wiener Volkstheaters mit:

Dr. Dieter Böhmdorfer (Rechtsanwalt, ehem. Justizminister)
Dr. Franz Fiedler (Transparency International, ehem. Präsident des Rechnungshofes)
Ulla Kramar-Schmid (Redakteurin, Profil)
Dr.in Gabriela Moser (Abgeordnete zum Nationalrat der österr. Grünen)

KK Volkstheater 23.1.13

Trotzdem es in einer Runde von „alten politischen Hasen“ nicht leicht ist neue Perspektiven zu präsentieren, weil selbst bei besten Absichten jederzeit die Überlegungen und Strategien der Anwesenden drohen das Szenario zu einem (Partei-)politischen Schlagabtausch zu missbrauchen (wie das die meisten Menschen ja aus sämtlichen s. g. Fachdiskussionen zur Genüge kennen), ist es Karl Kriechbaum sehr gut gelungen die Ebene darunter – die menschlichen, psychologischen Faktoren – zu beschreiben und zu erklären. Wie in unserem Buch „Der korrupte Mensch“ abgebildet, bräuchte es, um all den Ungeheuerlichkeiten und Malversationen Einhalt zu gebieten, dringend eine neue Umgangskultur, allen voran in der Politik, die ja die Rahmenbedingen für unsere aller Tun stellt und als Vorbild bis hin zu den kleinsten Zellen einer Gesellschaft wirkt. Ein Dank gebührt der Journalistin Sibylle Hamann, die die Diskussion sehr kompetent und klug geleitet hat.

22. Jänner 2013 Buchpräsentation „Teamkompetenzen für sicheres Handeln“ an der Sigmund Freud Universität

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Es hat uns sehr gefreut  unser neues Buch  „Teamkompetenzen für sicheres Handeln“   (Verlag für Polizeiwissen-schaft Frankfurt) im Rahmen des Arbeitskreises „Psyche & Wirtschaft“ an der Wiener Sigmund Freud Universität zu präsentieren.

Christian Felsenreich hat es gemeinsam mit dem  deutschen Mediziner Helfried Walezcek heraus-gegeben. Max Edelbacher  hat darin ebenfalls einen spannenden Beitrag verfasst.

ISBN 978-3-86676-227-5

Helfried Waleczek, Chirurg und Chefarzt des Evangelischen Krankenhauses Hattingen (Ruhrgebiet), ist für die Präsentation nach Wien angereist. Auch Leopold-Michael Marzi, Chef der Rechtsabteilung des Wiener AKH und Autor eines Kapitels im Herausgeberband hat sich die Zeit genommen um seinen Inhalt an diesem Abend vorzustellen. Unser spezieller Dank gilt wie immer der netten Betreuung der „Psyche & Wirtschaft“- Organisatorin Manuela Taschlmar.

 SFU Teamkompetenzen 22 1 13

Das Buch ist beim Verlag, der Plattform „Menschen in komplexen Arbeitswelten“, im Fachbuchhandel oder online z.B. bei amazon erhältlich.

Details zur Veranstaltung und zum Buch finden Sie HIER!

14. Jänner 2013 Kommentar Christian Felsenreich: „Ernst ist das Lachen vergangen“

Ernst Strasser 2Auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, weiter die Unschuldsvermutung aufrecht bleibt und abzuwarten gilt, wie die nächsten Instanzen entscheiden: Die Vorlage von Richter Olschak ist doch bemerkenwert. 4 Jahre Haft und das ohne möglichen Milderungen für den Ex-EU-Abgeordneten und Ex-Innenminister der Republik Österreich. Der für seine Strenge und pointierten Urteilsbegründungen in solchen Causen bekannte Gerichtsvorsitzende (Ex-ÖIC-General Jungwirth fasste 5 Jahre unbedingt aus und wurde einer „widerwärtigen, altösterreichischen Funktionärsmentalität“ bezichtigt) wählte auch diesmal eindeutige Worte: „Wenige Menschen hätten dem Ansehen Österreichs so viel Schaden zugefügt.“ Auch die Behauptung Ernst Strassers, er habe die Journalisten für Geheimdienstagenten gehalten und sie bzw. ihre Hintermänner aufdecken wollen, zählte Olschak „wohl zum Abenteuerlichsten, was mir in meiner 20- jährigen Erfahrung untergekommen ist“. Und weiter: „Sie werden in Österreich kein Gericht finden, das diese Version glauben wird.“

Man kann die 4 Jahre Haft als Signal gegen Korruption, vielleicht sogar als Maßstab für künftige Verfahren, verstehen und viele Menschen empfinden sicher den heutigen Tag  als einen Schritt in die richtige Richtung. Auch Max Edelbacher und ich haben am Beginn des Prozesses in einem ORF-Interview unserer Verwunderung über die unglaubwürdige Verdeitigungsstrategie Strassers Ausdruck verliehen. Dementsprechend fühlt sich gerade Max Edelbacher, der ja bekanntlich in seiner damaligen Position als Leiter des Wiener Sicherheitsbüros sehr unter dem ihm vorgesetzten Innenminister gelitten hat, im jetzigen Gerichtsurteil über seine Einschätzung der Person Strasser bestätigt.

ME - ORF ZIB24 27.11.12

CF - ORF ZIB24 27.11.12 

Das ZIB 24-Interview sehen sie HIER! 

Allerdings, wichtiger als das Gefühl der Genugtuung und der Feststellung, dass man Gott sei Dank in diesem Staat doch noch auf eine funktionierende Gerichtsbarkeit hoffen kann und Politker wie Strasser für ihre Machenschaften zur Verantwortung gezogen werden, wäre der Herausforderung nachzukommen, all das pro-aktiv zu verhindern. Eine der wesentlichten Aussagen in unserem Buch „Der korrupte Mensch“ ist ja, dass das Wissen über all die menschlichen Unzulänglichkeiten der dann Verurteilten, schon immer in den jeweiligen Organisationen (in dem Fall Parteien) vorgelegen hat. Und dass es sehr wichtig wäre, sich mit der Prävention und der Implementierung eines funktionierenden  Compliance-Management-Systemes zu befassen. Diesbezüglich interessant war heute eine der ersten Fragen des Gericht an die britische Aufdeckungsjournalistin Claire Newell. Warum man sich im EU-Parlament ausgerechnet Ernst Strasser ausgesucht hatte, um ihm eine (Korruptions-)Falle zu stellen? Die Antwort war unmissverständlich: „Sein Ruf war fraglich.“ Was letztlich genau dem folgt, was von mir schon in einem Interview in der Tiroler Tageszeitung gesagt wurde und wir drei Autoren in dem ersten STANDARD-Interview „Strasser ist für mich das personifizierte Böse“ genannt haben.

3. Jänner 2013 Zeitbombe Mensch: Christian Felsenreich in der Züricher Handelszeitung

UBSChallenger„Immer wieder bescheren Händler Banken Milliardenschäden. Um das zu verhindern, braucht es nicht Technik, sondern Psychologie“ schreibt die Redakteurin Olivia Kühni einleitend in ihrem Artikel. Auch im Weiteren ist der Artikel so verfasst, wie wir als Risikoexperten, die den Faktor Mensch in den Mittelpunkt stellen, das als richtig und sinnvoll empfinden. So hat die Redakteurin darin die Arbeit der amerikanischen Soziolgin Diane Vaughan aufgegriffen, die sich in ihrem Buch „The Challenger Launch Decision“ sehr ausführlich mit dem Absturz der gleichnamigen amerikanischen Raum-fähre beschäftigt hat. Vaughan beschreibt unter anderem die „Normalisation of deviance“  (Normalisierung der Abweichung). Dies ist eine Phrasologie, die haargenau auch auf die Machenschaften in der Finanzindustrie zutrifft. Es ist über die Jahre ein Gewöhnungs-effekt eingetreten in dem die Branche, ohne ihr gefährliches Handeln zu reflektieren und ohne, dass von aussen eine regulierende Kraft eingegriffen hätte, immer weiter ihre Grenzen ausreizte. Bis zum ultimativen Crash. Dieser Artikel macht auch sichtbar, wie wichtig es wäre, diese Form der (psychosozialen) Risikobetrachtung einer größeren Anzahl von Entscheidungsträgern in der Finanzindustrie aber auch der Politik nahezu-bringen. Obwohl die Schäden exorbitant sind und die Zeit drängt, stehen wir hier ganz am Anfang. Leider sind die Einzelinteressen einiger weniger, die meinen weiterhin auf Kosten der Allgemeinheit ihre uferlosen Gewinnmaximierungsansprüche umsetzen zu können, immer noch tonangebend. Umso mehr gilt es Journalisten wie Kühni dafür Dank auszusprechen, dass sie sich dieses Themas annehmen und sich in Zeiten, wo auch Journalisten immer weniger Zeit für Recherche haben, sich so vertieft mit diesem für uns alle lebensbestimmenden Thema auseinandersetzen.

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